Montierung Skywatcher Star Adventurer

20150402 Markus Hoffmann MH026158Ich habe mich die letzte Zeit in das Thema Astrofotografie etwas eingelesen. Eigentlich war die Überlegung, dass ich mir ein Teleskop kaufe. Aufgrund diverser Literatur und Forenbeiträge bin ich davon vorerst abgekommen. Ich werde mit den vorhandenen Objektiven beginnen und mich dann in der Brennweite steigern. Dennoch will ich gleich auch mit längeren Belichtungszeiten starten können. Hierfür habe ich mir den

Skywatcher Star Adventurer

bestellt.

 Was ist der Star Adventurer?

Beim Skywatcher Star Adventurer handelt es sich um eine kleine Astromonierung mit automatischer Nachführung. Auf dieser Montierung können Kameras oder auch kleine Teleskope "nachgeführt" werden. Das bedeutet, dass der eingebaute Motor das die angebaute Ausrüstung automatisch in der Stundenachse (zum Himmelspol ausgerichtet) dreht. In der Hauptsache geht es hierbei darum, dass sich die Kamera oder das Teleskop in der gleichen Geschwindigkeit dreht, in der sich auch die Erde unter den Sternen wegdreht. Somit bleibt eine Stern relativ zum Objektiv immer an der gleichen Stelle.

Wenn man sich etwas weiter in die Thematik einliest erkennt man schnell, dass auch dies Grenzen hat. So hat jede Montierung, auch große, schwere und teure Teleskopmontierungen, immer einen so genannten Schneckenfehler. Das ist bauartbedingt und erfordert bei noch längeren Belichtungen entsprechende Korrekturen durch händischen Eingriff oder aber einen Autoguider. Für den Anfang will ich das aber mal ignorieren, viel mehr als 4-5 Minuten werde ich wohl noch nicht belichten.

 

Für den Star Adventurer habe ich mich entschieden, da dieser im Vergleich mit anderen Nachführungen vergleichsweise viel Gewicht tragen kann, also auch mal ein (kleines) Teleskop zusätzlich zur Kamera aufnehmen kann. Dennoch ist es noch reisetauglich. Ich habe mich für das Komplettset entschieden. Darin enthalten sind:

  • Der Skywatcher Star Adventurer
  • Die Polhöhenwiege zur Einstellung auf den jeweiligen Breitengrad
  • L-Halterung zur Befestigung von zwei Kameras und/oder Teleskope und bessere Einstellmöglichkeiten
  • Gegengewichtsstange und Gegengewicht zur besseren Balance
  • Polsucherbeleuchtung (extra bestellt)
Star Adventurer Auswahlrad
Star Adventurer Auswahlrad

Auswahlrad des Star Adventurers zeigt schon, dass mehr geht als nur Sternengeschwindigkeit. Die Anpassung der Drehgeschwindigkeit an die Erdrotation ist zwar der Haupteinsatzzweck. Aber auch für Mond und Sonne kann die Geschwindigkeit angepasst werden. Auch interessant ist die Einstellung 0,5, also halbe Erdrotation. Das stellt sozusagen einen Kompromiss dar für den Fall, dass Landschaft mit aufs Bild soll. So kann länger belichtet werden als ohne Nachführung, wenn auch nicht so lange wie mit voller "Sternengeschwindigkeit". Die Landschaft wird aber nicht ganz so unscharf, denn auch diese Bildteile werden ja mitgedreht.

Des weiteren gibt es noch die Einstellungen 2x, 6x und 12x. Das sind Einstellungen für Time Lapse. Hiermit kann bei Tageslichtaufnahmen ein automatischer Kameraschwenk erziehlt werden. In diesen Einstellunge dreht sich der Motor nicht um 360° sondern um 60° immer hin und her.

Star Adventurer AnschlüsseAuf der anderen Seite befinden sich weitere Einstellmöglichkeiten und auch ein paar Anschlüsse. Mit den beiden Pfeiltasten kann der Motor per Tastendruck bewegt werden um leichte Korrekturen vorzunehmen. Auch dienen diese Tasten zur Einstellung der Startposition bei Time Lapse Aufnahmen. Darunter ist der S-Time Lapse-N-Schalter. Hier wird eingestellt, ob Time-Lapse oder Sternnachführung für die nördliche oder südliche Hemisphäre gewünscht ist (Drehrichtung ändert sich). Der mit "snap" bezeichnete Anschluss kann ein Auslösekabel für die Kamera aufnehmen, dann wird durch die Montierung die Kamera gesteuert. Darunter sind der Anschluß für einen Autoguider (für automatische Korrekturen von Nachführungsfehlern) und ein USB-Anschluß für Firmware-Updates und Stromversorgung (die auch über vier AA-Batterien oder Akkus funktioniert).

Polsucher

 Auf der "hinteren" Seite sieht man das Okular des Polsuchers. Das Polsucherfernrohr (auch wenn Fernrohr wegen der kleinen Vergrößerung eventuell nicht der richtige Begriff ist) ist in der Stundenachse in die Montierung eingebracht. Denn es ist für die Nachführung wichtig, dass die Montierung möglichst exakt genordet ist. Das bedeutet, mittels des Polsuchers muss auf den Himmelspol (Nord- oder Süd, je nach Standort) gezielt werden. Als Hilfe kann man auf der Nordhalbkugel den Polarstern Polaris verwenden. Da dieser aber nicht genau auf dem Himmelsnordpol liegt, ist im Polsucher nicht nur ein Zielkreuz, sondern auch ein Ring zu finden. Dieser Ring zeigt an, wie sich Polaris um den Pol dreht. Der Polarstern muss also irgendwo in diesem Ring stehen. Aber in welche Richtung? Das ist jahreszeitabhängig. Wenn ich hierzu praktische Erfahrungen gesmmelt habe, werde ich das anfügen.

Der Star Adventurer in der Praxis

Bisher habe ich nur einen kleinen Test geschafft, welcher auch durch Wolkenbildung vorzeitig abgebrochen wurde. Dennoch kan ich schon sagen: Es funktioniert. Trotz ungenauer Einnordung (ich habe mit dem Fadenkreuz des Polsuchers einfach auf den Polarstern geziehlt und mich nicht darum gekümmert, wo dieser relativ zum Himmelsnordpol gerade steht), ist ein deutlicher Unterschied zwischen nachgeführtem und nicht nachgeführtem Foto zu erkennen. Die beiden folgenden Fotos sind bei 40mm Brennweite (auf Kleinbild bezogen also 80mm) und etwa 3 Minuten Belichtungszeit entstanden. Durch Anklicken können die Bilder vergrößert werden.

  • 20150405-Markus Hoffmann-P4050006
  • 20150405-Markus Hoffmann-P4050005

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Tags: Skywatcher,, Star Adventurer,, Montierung,, Astro,, Astrofotografie,, Nachführung,

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